Es gibt Ballsportarten, in denen es ausdrücklich erlaubt ist, seinem Gegenspieler den Weg zu versperren. „Einen Block stellen“, heißt es etwa im Basketball, wenn sich ein Angreifer wie eine Mauer vor einem Verteidiger aufbaut (und sich dann nicht mehr bewegt). Im Fußball ist die Sache nicht so eindeutig. Laut Regeltext wird das „Sperren des Gegners mit Körperkontakt“ mit einem Freistoß geahndet. In der Praxis ist dafür auch die Intention relevant. Achtet der sperrende Spieler auf den Ball oder nur auf den Gegner und stellt sich aktiv in den Weg? In dieser Saison ist das besonders relevant, weil es der Champions-League-Finalist FC Arsenal zu seiner Spezialität gemacht hat, bei Eckbällen den Torwart zu blocken, um zum Torerfolg zu kommen. Das fand Nachahmer und rief die Regelhüter auf den Plan, sich mit diesem Szenario zu befassen. Bei der WM sind die Schiedsrichter nun angehalten, besonders auf Torwart-Behinderungen zu achten. Und so nahm Referee Jalal Jayed beim deutschen Aus gegen Paraguay ein Tor zum vermeintlichen 2:1 zurück, weil DFB-Profi Waldemar Anton Torhüter Orlando Gill den Weg versperrt hatte. „Ein Vollskandal“, fand Bundestrainer Julian Nagelsmann. Die Expertenmeinungen gingen auseinander.
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Waldemar Anton steht im Weg, Orlando Gill geht zu Boden – und das anschließende Tor wird zurückgepfiffen.
Tom Weller/dpaIn einigen Sportarten ist es erlaubt, im Fußball ist es manchmal kompliziert, wie ein Fall beim deutschen WM-Aus gegen Paraguay zeigt.
