Antisemitismus:Die historische Schuld bleibt

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Antisemitismus: Steine des Anstoßes: Die Stadtkirche im sachsen-anhaltischen Wittenberg.

Steine des Anstoßes: Die Stadtkirche im sachsen-anhaltischen Wittenberg.

(Foto: imago)

Der Bundesgerichtshof entscheidet: Das unerträgliche antisemitische Relief in Wittenberg darf bleiben. Es sollte aber besser entfernt und in ein Museum gebracht werden.

Kommentar von Johan Schloemann

Antisemitische Darstellungen sind in manchen Kirchen aus dem Mittelalter bis heute erhalten. Das Relief der "Judensau" an der Fassade der Stadtkirche zu Wittenberg ist aber ganz besonders exponiert: weil dies der Ausgangsort des Protestantismus ist, ein weltberühmter Ort. Der Reformator Martin Luther kämpfte dort nicht nur gegen den Papst, er wollte auch die Juden überzeugen, den christlichen Glauben anzunehmen. Deshalb setzte er sich in seinen jüngeren, rebellischen Jahren für einen freundlichen, werbenden Umgang mit den Juden ein, wenn auch eher aus taktischen Gründen. Die Juden im Abendland hatten damals schon viel Diskriminierung erfahren.

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