Dafür, dass sich gerade die Nato trifft, geht es erstaunlich viel um Wirtschaft. Genauer: die Wirtschaftsleistung. Die soll schließlich bestimmen, wie viel jeder Staat im Bündnis künftig in die Verteidigung investieren muss: fünf Prozent dessen, und zwar jährlich.
Was die Politiker Wirtschaftsleistung nennen, würden Ökonomen als Bruttoinlandsprodukt oder kurz BIP bezeichnen: die Summe der gesamten wirtschaftlichen Tätigkeit innerhalb eines Staates in einem Jahr. Dafür wird die gesamte Produktion von Waren und Dienstleistungen zusammengerechnet und davon alle Vorleistungen und Importe abgezogen. Unterm Strich kam Deutschland so 2024 auf ein BIP von exakt 4305,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt jüngst mitteilte. Das waren zwar 0,2 Prozent weniger als im Vorjahr, im weltweiten Vergleich reichte es aber dennoch zu Rang drei hinter den USA und China.
Ganz vollständig ist die Zahl allerdings nicht. So tauchen in der BIP-Berechnung etliche Faktoren nicht auf, die durchaus wirtschaftliche Tätigkeiten sind, die Care- und die Schwarzarbeit etwa. Allein die unbezahlte Betreuung und Pflege von Kindern und Verwandten etwa würde das BIP bei durchschnittlicher Entlohnung um weit mehr als 1000 Milliarden Euro erhöhen, wie eine Untersuchung der Beratungsfirma Prognos ergab.
