Umwelt:Erschöpfte Erde

Weltüberlastungstag am 29. Juli: Auch in diesem Jahr lebt die Menschheit wieder deutlich über ihre Verhältnisse.

Von Tina Baier

Fünf Monate vor Jahresende haben die Menschen sämtliche biologischen Ressourcen aufgebraucht, die ihnen die Erde dieses Jahr zur Verfügung stellen kann. Von jetzt an geht es an die Substanz: Alle Fische, die gefangen werden, wachsen rein rechnerisch nicht mehr nach. Alles Kohlendioxid, das ausgestoßen wird, gelangt in die Atmosphäre, weil es von Wäldern und Ozeanen nicht mehr gebunden und unschädlich gemacht werden kann.

Dieser Punkt, den der Weltüberlastungstag markiert, fällt heuer auf den 29. Juli und damit auf exakt dasselbe Datum wie im Jahr 2019. Eine kleine Verschnaufpause für die Erde gab es im vergangenen Jahr: Aufgrund der Corona-Krise und der damit verbundenen Lockdowns hatte sich das Datum 2020 auf den 22. August nach hinten verschoben.

Es ist schon traurig, dass es offenbar einer Katastrophe wie Corona bedarf, damit die Menschen ihren Lebensstil so verändern, dass sie den Planeten ein bisschen weniger überstrapazieren. Eigentlich sollte es doch in ihrem ureigensten Interesse liegen, die Erde nicht weiter auszubeuten und damit ihre eigene Lebensgrundlage zu zerstören.

Was passieren müsste, um die natürlichen Grenzen nicht permanent zu überschreiten, ist bekannt. Zentraler Punkt ist eine Umstellung der Wirtschaft auf eine Kreislaufproduktion, bei der unterm Strich kein Kohlendioxid mehr ausgestoßen wird. Die erfolgreiche Industrienation Deutschland sollte das als eines der ersten Länder schaffen und eine Vorreiterrolle übernehmen.

© SZ
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