Hoffnung. Das ist ein Begriff, ein Gefühl, ein Gemütszustand, den man mit Weihnachten, mit dem Jahresende verbindet. Im Deutschland des 21. Jahrhunderts ist Weihnachten zwar weitgehend säkularisiert, auch wenn Gläubige und Opportunitätschristen am 24. Dezember abends viele Kirchen noch halbwegs füllen. Diejenigen aber, die Weihnachten wirklich als Fest der Geburt Jesu feiern, sind hierzulande eine Minderheit geworden. Nur noch 46 Prozent der Deutschen gehören einer der beiden großen christlichen Kirchen an, was nicht bedeutet, dass sie auch praktizierende Christen sind. Der Anteil der Konfessionslosen ist mit 46 Prozent genauso groß. Zum Islam bekennen sich etwa 6,5 Prozent, was schon statistisch das Geschwätz von der „Islamisierung“ Deutschlands als Unsinn ausweist. Dennoch: Das Christentum war einst ein scheinbar unverrückbarer Pfeiler jener Werte- und Staatengemeinschaft, die sich heute nach einer Himmelsrichtung „der Westen“ nennt. Der Pfeiler steht zwar noch, aber er stützt nicht mehr.
MeinungLebenHofft nicht, sondern freut euch über das Unverhoffte
Kommentar von Kurt Kister
Lesezeit: 4 Min.

Die Morde von Magdeburg haben dieses Weihnachten verändert: Viele Menschen ersehnen nicht mehr das Gute, sondern das Ausbleiben des Schlechten. Aber gerade wenn die Zuversicht dahin zu sein scheint, passiert das Unerwartete.
