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Spanien:Ayuso, ein Name zum Merken

Eine konservative Politikerin siegt bei der Regionalwahl in Madrid. Zu befürchten ist, dass ihr Stil sie noch weit trägt.

Von Karin Janker

Spaniens Konservative können sich bereits vor ihrer künftigen Spitzenkandidatin verneigen. Madrids wiedergewählte Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso besitzt zweifellos großes Geschick. Ihre Botschaften sind eingängig: Wir gegen die da oben, Freiheit gegen Kommunismus.

Auch ihr Timing konnte kaum besser sein: Ein Jahr Corona ließ bei vielen Menschen die Sehnsucht nach Normalität wachsen. Ayuso versprach sie ihnen. Und setzte zugleich darauf, dass all die Toten und das Leid hinter den Krankenhauswänden verdrängt würden. Sie scheint somit auch psychologisches Talent zu besitzen. Ayuso hat sich mit dieser Wahl für Höheres empfohlen.

Doch Spaniens Konservative sollten nicht vergessen, um welchen Preis sie ihnen diesen Sieg erkauft hat. Sie sind in der Hauptstadtregion so weit nach rechts gerückt, dass eine Zusammenarbeit mit den Rechtsradikalen von Vox nur folgerichtig erscheint. Im Wahlkampf war es fast anrüchig, einen Platz irgendwo zwischen "Kommunismus oder Freiheit" einzunehmen. Ein Extrem gebiert das andere. Die Kunst der Zuspitzung mochte für den Wahlkampf Erfolg versprechend sein. Doch nun wäre es an der Zeit, das Gift aus dem Diskurs wieder herauszusaugen. Wenig spricht dafür, dass Ayuso dies tut. Sie will Ministerpräsidentin werden, und der Weg ist noch weit.

© SZ
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