Als zuletzt ein amerikanischer Präsident versuchte, mit Gewalt einen Regime Change in einem ölreichen Land herbeizuführen, sein Name war George W. Bush, hat er sich immerhin noch die Mühe gemacht, die Vereinten Nationen vorher anzulügen. Im Sicherheitsrat ließ Bush ein albernes Theater um vermeintliche Massenvernichtungswaffen im Arsenal des irakischen Diktators Saddam Hussein aufführen; die Europäer durften dann sagen, ob sie „convinced“, also überzeugt, seien oder nicht. Es ist nicht wirklich ein Trost, aber: Wer jemanden anlügt, der zeigt zumindest, dass ihm noch nicht egal ist, was die andere Person denkt.
MeinungVölkerrechtDie USA bemühen sich nicht mal mehr um den Anschein der Legalität

Kommentar von Ronen Steinke
Lesezeit: 3 Min.

Wie viel leichter wäre es den europäischen Regierungen gefallen, wenn Washington sich wenigstens um eine völkerrechtliche Pseudobegründung bemüht hätte für den Überfall auf Venezuela?
BRENDAN SMIALOWSKI/AFPTrump respektiert die Souveränität anderer Staaten nicht. Diese üble Haltung ist nicht neu, seine Offenheit ist es. Womit sich die Frage stellt, ob die Scheinheiligkeit früherer Jahre etwas ist, um das man trauern sollte.
