Wohl nirgends auf der Welt werden die Vereinten Nationen mit größerer Inbrunst und, ja, teils auch Berechtigung für lächerlich gehalten als im Nahen Osten. Da sind auf der einen Seite die Palästinenser und die vielen Menschen in den Ländern ringsherum, die sich ein spöttisches Grinsen oft nicht verkneifen können, wenn wieder jemand kommt und sie darüber belehrt, dass es 1947 den „UN-Teilungsplan“ für Palästina gegeben habe. Das sei der Grund, weshalb nun ein Teil dieses Gebiets rechtmäßig den Juden gehöre. „Teilungsplan“? Völkerrecht? Wie bitte, Habibi? Nur weil damals, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, eine Handvoll kolonialer Unterdrückerstaaten und deren damals nur etwa 40 Lakaien sich „Vereinte Nationen“ nannten, waren sie noch lange nicht von irgendjemandem außer sich selbst legitimiert, zu bestimmen, was im Nahen Osten so läuft.
MeinungWeltordnungDie UN wirken aus der Zeit gefallen. Aber genau deshalb braucht die Welt sie so sehr

Kommentar von Ronen Steinke
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Vor 80 Jahren wurden die Vereinten Nationen gegründet. Sie haben viel erreicht. Und oft versagt. Zeit für eine kritische Bestandsaufnahme – und eine Liebeserklärung.
