Venedig:Bella Ciao, Venezia

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In der Seefahrerstadt fuhr man früher zumeist Boot - heute drängeln sich Touristen in Gassen, die dafür nicht gemacht sind. (Foto: Christoph Sator/dpa)

Ach, wie schön war doch der Massentourismus: Heute geht Venedig unter seinen Airbnb-Nutzern beinahe zugrunde. Eigentlich könnte sich die Kommune dagegen wehren.

Gastkommentar von Petra Reski

Neulich war ich im Ruhrgebiet, da, wo ich aufgewachsen bin. Und der Taxifahrer, der mich häufig fährt, sagte, kaum dass ich eingestiegen war: Jetzt habt ihr das Problem ja gelöst, mit den zu vielen Touristen in Venedig! Ich: Wie? Gelöst? Er: Ja, man muss doch jetzt Eintrittsgeld bezahlen! Die haben doch jetzt schon 'ne Million kassiert! Als ich nach Luft schnappte, lachte er verschwörerisch, um klarzumachen, dass sich ein Taxifahrer aus dem Ruhrgebiet nicht so leicht hinters Licht führen lässt: Ist doch klar, das keiner weniger kommt, nur weil er fünf Euro Eintritt zahlen muss!, sagte er, und: Müssense schreiben, dass das Quatsch ist!

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In 50 Jahren hat die Unesco den Welterbestatus erst dreimal wieder entzogen, nun könnte Venedig auf der Liste der gefährdeten Stätten landen. Vermutlich werden Touristen so oder so weiter in die italienische Stadt pilgern. Was also bringt der Titel - und die Drohung, ihn zu streichen?

Von Kia Vahland

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