Donald Trump:Nicht schon wieder

Lesezeit: 1 min

Der Ex-Präsident ist zurück in Washington - und ganz der alte Demagoge. Aufhalten kann ihn jetzt nur noch seine eigene Partei.

Kommentar von Reymer Klüver

Er ist zurück. Zum ersten Mal, seit ihn der Präsidentenhubschrauber Marine One am 20. Januar 2021 als politischen Paria aus dem Weißen Haus ausgeflogen hat, ist Donald Trump nach Washington zurückgekehrt. Es war ein fulminanter Redeauftritt. Beachtenswert insofern, als er keinen Zweifel daran ließ, dass er nicht nur nach Washington, sondern auch ins Weiße Haus zurück will, in zwei Jahren, wenn die Amerikaner das nächste Mal ihren Präsidenten wählen.

Der Ex-Präsident nennt die USA "Jauchegrube des Verbrechens"

Ungeheuerlich war der Auftritt aber auch aus einem anderen Grund. Trump malte ein an Düsterkeit nicht zu überbietendes Bild. Das Amerika seines Nachfolgers Joe Biden nannte er eine "Jauchegrube des Verbrechens". Nur ein paar Versatzstücke: Straßen übersät mit Drogenspritzen und getränkt mit dem Blut der Opfer von Mord und Totschlag. Das Land missbraucht als "Müllplatz" für Migranten. Klingt vertraut? Er ist ganz der alte Demagoge, es ist dasselbe Muster, mit dem Trump die Wahl 2016 gewonnen hatte. Damals gerierte er sich als starker Mann, der mit harter Hand den Politbetrieb in Washington und überhaupt das ganze Land aufräumen wollte. So will er es wieder versuchen. Und wie damals kann er sich als Nemesis des republikanischen Partei-Establishments geben. Denn so viel ist klar: Trotz aller öffentlichen Schmeicheleien wollen die meisten Führungsleute seiner Partei Trump 2.0 verhindern. Zu sehr fürchten sie, dass er am Ende den bereits in Sichtweite liegenden Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2024 vermasseln könnte.

Doch anders als damals ist Trump noch immer der Populärste aller Republikaner in den USA. Allein das macht ihn zum Favoriten. Noch aber ist nicht alles verloren. Es gibt durchaus Kandidaten, die es mit ihm aufnehmen wollen - und könnten, wie etwa der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis. Nur über eines sollte man sich keine Illusionen machen. Der Sieger im Rennen der Republikaner wird ultrakonservativ sein und ein Reaktionär. So oder so.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB