USA:Immer wieder Trump

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Der ehemalige Präsident will sich wohl noch einmal um das höchste Amt bewerben. Ob ihm das gelingt, hängt von den Kongresswahlen im November ab.

Kommentar von Peter Burghardt

Man verliert leicht den Überblick bei Donald Trump, gerade sind gleich mehrere Fälle offen. Es geht unter anderem um seine Immobiliendeals in New York und geheime Regierungspapiere, die Ermittler in seiner Trutzburg Mar-a-Lago an Floridas Küste fanden. Es geht auch um Hinweise, er habe das Wahlergebnis von 2020 im Bundesstaat Georgia zu seinen Gunsten umdrehen wollen, und vor allem um den Überfall seiner Extremisten auf das Kapitol.

Das alles scheint den vormaligen Präsidenten nicht davon abzuhalten, weiterhin Joe Bidens Wahlsieg zu leugnen und bei den Präsidentschaftswahlen 2024 antreten zu wollen. Eher im Gegenteil. Noch hat er seine Kandidatur allerdings nicht bekannt gegeben, er wird vermutlich die anstehenden Kongresswahlen abwarten. Darin liegt immerhin eine kleine Chance. Denn sein Name steht zwar genauso wenig auf dem Wahlzettel wie der von Präsident Biden. Aber am 8. November wird sich zeigen, ob sich die Trump-treuen Hardliner durchsetzen oder nicht.

Sollten die regierenden Demokraten deutlich besser abschneiden als lange von ihnen befürchtet, dann könnten gemäßigte Republikaner Trump als Belastung verstehen. Lässt die Begeisterung für Trump nach? Mäßig wahrscheinlich. Erstens verehrt ihn ein Teil der Amerikaner nach wie vor. Zweitens wirkt Biden zuweilen müde. Drittens ist auch eine republikanische Alternative wie Ron DeSantis mit Vorsicht zu genießen. Und vor allem droht Trump damit, dass schlimme Dinge passieren würden, wenn die Justiz ihn stoppen sollte. Keine guten Aussichten für Amerika.

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