In Wolfgang Koeppens Roman „Tauben im Gras“, der wie kein anderer die innere und äußere Unordnung von Nachkriegsdeutschland unter der Besatzung erzählt, bahnt sich ein attraktiver, hochgewachsener, schwarzer US-Amerikaner namens Odysseus Cotton den Weg durch München, einen kleinen Kofferträger, „gebückt, alt, müde und pfiffig doch“, namens Josef im Schlepptau. Cotton lässt sich nicht beirren von Hausfrauen, Kleinkriminellen und Prostituierten, die ihn beäugen und behelligen auf der Straße, er schiebt sie aus dem Weg, dem Kofferträger gibt das ein gutes Gefühl und, so schreibt es Koeppen: „Josef folgte dem mächtigen Odysseus, watschelte in seinem Sog.“
MeinungUSA und DeutschlandEgal, wie die Wahl ausgeht – die Zuneigung der Deutschen zu den USA wird bleiben

Kommentar von Meredith Haaf
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Die Bundesrepublik hat sich über Jahrzehnte zufrieden eingerichtet im Schutze des großen Verbündeten. Doch nun beschleicht so manchen das Gefühl: Hinterherwatscheln ist keine Gangart für die Ewigkeit.
