MeinungDemokratieDie USA sind zum Jubiläum so, wie sie nie werden wollten

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Kommentar von Nicolas Richter

Lesezeit: 3 Min.

Was würde wohl Abraham Lincoln über den heutigen Zustand seines Landes sagen?
Was würde wohl Abraham Lincoln über den heutigen Zustand seines Landes sagen? Rainer Jensen/dpa

George Washington lehrte die Welt vor 250 Jahren: Macht kennt Grenzen. Und auch wenn sich heute ein Donald Trump aufführt wie ein absolutistischer König – es ist zu früh, Amerika abzuschreiben.

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Als der erste US-Präsident George Washington in den Ruhestand ging, war sein junges Land ein außerordentlicher Erfolg: Am 4. Juli 1776 hatte es sich von der britischen Krone losgesagt und sich die Freiheit erkämpft. Bald entstand eine Verfassung, die das Volk zum Souverän erklärte. Seine Karriere aber krönte Washington erst ganz am Schluss: Ende 1796 verkündete er, dass er nach zwei Amtszeiten als gewählter Präsident aufhöre (eine Obergrenze gab es damals nicht). Die Macht loslassen zu können – das war revolutionär in einer Zeit, in der absolutistisches Herrschen noch die Regel war. Washington führte damit vor, was Demokratie von Despotie unterscheidet und was dieses neue Land so besonders machte: Macht ist beschränkt, Macht ist endlich. Washingtons Rückzug gilt deswegen bis heute als eigentliche Geburtsstunde der USA.

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