Da ist ein Regierungschef, der breitbeinig auf einer Yacht steht. Da ist das Luxushotel, das dem Schwiegersohn des Regierungschefs gehört. Und da ist dieses Landgut, das sich die Familie des Regierungschefs erbauen ließ. Auf dem angrenzenden Gelände gibt es sogar eine Herde Zebras. Die Bilder aus dem Umfeld des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán erinnern an das Leben von autokratischen Herrschern. Die sich mit einer absurd anmutenden Art von Luxus umgeben, einfach, weil sie es können – und wie es ja auch diejenigen tun, denen sie besonders zugewandt sind. Wie sagte der Sprecher des russischen Präsidenten am Montag? Orbán pflege „recht herzliche Beziehungen zu Präsident Trump und sehr konstruktive Beziehungen zu Präsident Putin“. Es war als Kompliment gedacht – und als Begründung, warum die beiden sich demnächst bei Orbán in Budapest treffen wollen, um über einen Frieden in der Ukraine zu beraten. Für den Ungarn ist der Gipfel eine Art Hauptpreis. Denn gerade läuft in seinem Land der Wahlkampf an, im April 2026 muss Orbán sein Amt verteidigen.
MeinungUngarnIn einem halben Jahr ist Orbán weg. Aber nur ganz vielleicht

Kommentar von Verena Mayer
Lesezeit: 3 Min.

Der Regierungschef in Budapest muss im April um seine Wiederwahl kämpfen. Diesmal könnte es eng werden. Wie praktisch, falls nun tatsächlich seine Freunde Trump und Putin zu Besuch kommen, um über die Ukraine zu feilschen.
