Die Idee, wichtige Kulturstätten der Welt zu schützen, entstand schon nach dem Ersten Weltkrieg mit all seinen Verheerungen. Doch erst lange nach dem weitaus zerstörerischen Zweiten Weltkrieg, am 16. November 1972, einigte sich die Generalversammlung der Unesco (UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur) auf das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“. Die ersten 20 Mitgliedsstaaten unterzeichneten den Vertrag 1975, mittlerweile bekennen sich 196 Länder zum Schutz von bedeutenden Kirchen und Tempeln, Schlössern oder Landschaften wie dem Wattenmeer. Welche Bauten oder Regionen als Welterbe gelten, entscheidet das Welterbekomitee in Paris auf Basis der Vorschläge eines jeden Mitgliedsstaates. Am Wochenende nahm die Unesco 23 Stätten neu auf, darunter die Schlösser des bayerischen Königs Ludwig II., denen wohl niemand die internationale Bedeutung abspricht. Die Aufnahme ist zugleich Auftrag, diese Stätten zu erhalten, zu pflegen und die lokale Gemeinschaft einzubinden. Wie schnell der Welterbetraum ausgeträumt ist, weiß Dresden nur allzu gut: Wegen des Baus der Waldschlösschenbrücke verlor die Kulturlandschaft Dresdner Elbtal im Jahr 2009 ihren Status.
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Bauten und Landschaften von Bedeutung, seit den 1970er-Jahren auf einer Liste der Unesco geführt.
Von Johanna Pfund