Etwa 35 000 Kilometer ist das deutsche Höchstspannungsnetz lang; nimmt man die Verteilnetze dazu, kommt man auf knapp zwei Millionen Kilometer. Das bietet auf den ersten Blick genügend Angriffspunkte für Attentäter. Doch es hat seinen Grund, dass diese bevorzugt Umspannwerke angreifen, so wie jetzt in Brandenburg. Von ihnen gibt es zwar nur gut 350 auf Höchstspannungsebene. Doch sie sind die neuralgischen Knotenpunkte im Netz, und es sind zugleich zu viele, um sie mit Sicherheitspersonal dauernd zu überwachen. Sie erzeugen selbst keinen Strom, aber sie verbinden die unterschiedlichen Spannungsebenen vom Kraftwerk bis hin zum Verbraucher. Diese Staffelung ist sinnvoll, weil bei Höchstspannung von bis zu 380 Kilovolt der Strom besonders verlustarm über weite Strecken transportiert werden kann. Fällt ein solches Umspannwerk aus, kann es zu Stromausfällen kommen, in ungünstigen Fällen auch in größeren Gebieten, wenn etwa die Ersatzkapazitäten nicht ausreichen und es zu Ketteneffekten kommt. Über die Hochspannungsleitungen selbst hingegen ist die Stromversorgung nicht so leicht angreifbar: Fällt hier eine Leitung aus, steht immer eine zweite bereit.
Aktuelles LexikonWas ist ein Umspannwerk?

Am Umspannwerk in Turnow-Preilack in Brandenburg fanden sich Sprengvorrichtungen.
Frank Hammerschmidt/dpa- Terroristen greifen bevorzugt Umspannwerke an, weil diese neuralgische Knotenpunkte des deutschen Stromnetzes sind.
- Es gibt nur gut 350 Umspannwerke auf Höchstspannungsebene, aber zu viele für dauerhafte Überwachung.
- Der Ausfall eines Umspannwerks kann zu größeren Stromausfällen führen, während Hochspannungsleitungen durch Ersatzkapazitäten geschützt sind.
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Mehr Feedback gebenSie sind die Knotenpunkte des deutschen Stromnetzes. Und deshalb das bevorzugte Angriffsziel bei Attentätern aller Art, jetzt auch in Brandenburg.
Von Christian Weber
