Wenn du dein Zimmer bis 17 Uhr nicht aufgeräumt hast, dann wird es nichts mit dem Wochenendausflug! Solche Drohungen sprechen gerne die Eltern aus, die den Ordnungssinn ihrer Kinder einfach nicht verstehen wollen und die Geduld verlieren. Sie versehen daher ihre Forderungen mit einer Frist und kündigen böse Folgen an, sollte bis zu diesem oder jenem Zeitpunkt das Gewünschte nicht erledigt sein. Ob diese Drohungen pädagogisch sinnvoll sind, steht auf einem anderen Blatt. Und doch findet diese Art der nachdrücklichen Erziehung häufig auch auf diplomatisch-politischem Parkett seine Anwendung, als Ultimatum. Der Begriff leitet sich her aus dem lateinischen ultimus, -a, -um - letzter, letzte, letztes. Letzte Aufforderung also. Zu nennen wären im historischen Kontext etwa das Ultimatum, das Österreich-Ungarn im Juli 1914 den Serben stellte und das letztlich ein wesentlicher Schritt zum Ersten Weltkrieg war. Dagegen verlief das Berlin-Ultimatum, das Sowjetchef Nikita Chruschtschow 1958 den Alliierten stellte, im Sande. Wie nun die Sache zwischen SPD und FDP ausgehen wird? Jedenfalls hat SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich am Montag angekündigt, die FDP habe 24 Stunden Zeit, der ersten Lesung des Heizungsgesetzes zuzustimmen. Bedeutet: Bin am Ende mit meiner Geduld. Und zugleich: Muss sie aber wohl weiter haben.
Aktuelles LexikonUltimatum
Wenn eine Forderung mit einer zeitlichen Frist und einer Drohung verknüpft wird. Üblich in der Kindererziehung und noch üblicher in der Politik.
Von Johanna Pfund
