So groß die Empörung in der Ukraine über den Präsidenten war, als dieser den beliebten Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow entließ, so groß ist jetzt der Jubel über die Entscheidung, den Oberbefehlshaber der Streitkräfte auszutauschen. Es wirkt fast, als wollte Wolodimir Selenskij seinen falschen Beschluss aus der vergangenen Woche nachträglich korrigieren. Statt Oleksandr Syrskyj, der der alten sowjetischen Militärschule entstammt und mit Fedorow unlösbar zerstritten war, führt künftig der Fedorow-Verbündete Mychajlo Drapatyj die ukrainische Armee: ein 43-Jähriger und damit fast 20 Jahre jüngerer General, der technologische Innovationen fördert, flache Hierarchien bevorzugt und seinen Untergebenen nicht nur Befehle erteilt, sondern ihnen zuhört.
MeinungNeuer ArmeechefDiese Entscheidung zeigt die Kraft der ukrainischen Demokratie

Kommentar von Sebastian Gierke
Lesezeit: 1 Min.

Mychajlo Drapatyj führt künftig die ukrainischen Streitkräfte im Kampf gegen die russische Invasion.
Ukranian Presidential Press Ser/via ReutersAls Selenskij den beliebten Verteidigungsminister Fedorow entließ, war die Empörung groß. Dass er jetzt dessen Verbündeten Drapatyj zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte macht, wirkt so, also wollte der Präsident seine falsche Entscheidung nachträglich korrigieren.
