Deutschland:Ein Krieg, der die Entfremdung zwischen Ost und West beschleunigt

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Friedensdemo in Berlin (Archivbild aus dem vergangenen November): Schon lange vor Beginn des Angriffskrieges haben Umfragen gezeigt, dass das Verständnis für Putin im Osten größer sowie die Skepsis gegenüber der Nato und den USA ausgeprägter ist. (Foto: IMAGO/IMAGO/IPON)

Da, wo einst die DDR war, ist die Abneigung gegen Waffenhilfe für die überfallene Ukraine besonders ausgeprägt. Der Grund dafür ist nicht, dass die Menschen sich dort mehr nach Frieden sehnten als in den alten Ländern.

Kommentar von Daniel Brössler

Vor einem Millionenpublikum hat sich Olaf Scholz am Sonntagabend von einer Illusion verabschiedet. Im „Sommerinterview“ der ARD gestand er ein, dass sein Kurs der „Besonnenheit“ im Ukraine-Krieg bei einem beträchtlichen Teil des Volkes nicht nur nicht verfängt, sondern gar nicht verfangen kann. Wer gegen jedwede militärische Unterstützung für die Ukraine ist, den kann die Weigerung, dem Land weitreichende Marschflugkörper zu liefern, nicht beschwichtigen. Menschen mit dieser Meinung gibt es im ganzen Land. Der Kanzler hat jedoch recht mit seiner Beobachtung, dass ihr Anteil im Osten der Republik besonders hoch ist. Scholz erklärt sich so den ungebremsten Höhenflug von AfD und BSW sowie das miserable Abschneiden seiner SPD.

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