Nato:Absichern gegen Russland – und Trump

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Sie wollen die Rolle des Bündnisses stärken: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg (rechts) und US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am 13. Juni beim Treffen in Brüssel. (Foto: Johanna Geron/REUTERS)

Die Unterstützung für die Ukraine fortan von der Nato und nicht mehr den USA koordinieren zu lassen, ist ein richtiger Schritt, der letztlich auch das Bündnis selbst stärkt.

Kommentar von Nicolas Freund

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg versucht derzeit, die Hilfen für die Ukraine auf ein neues Fundament zu setzen. Das ist gleich aus mehreren Gründen eine wichtige Initiative. Konkret soll es vor allem darum gehen, dass die Nato die Koordination der Waffenlieferungen sowie die Ausbildung ukrainischer Soldaten übernimmt. Bisher sind die Vereinigten Staaten für diese Aufgaben zuständig. Der Schritt von den USA zur Nato mag marginal erscheinen, schließlich ist Washington ohnehin der wichtigste Partner in dem Verteidigungsbündnis. In Hinblick auf eine drohende zweite Präsidentschaft Donald Trumps ist der Wechsel dennoch wichtig, schließlich hatte der Ex-Präsident immer wieder auf die Nato geschimpft und mit einem Austritt der USA gedroht. Dass es so weit kommt, ist zwar auch bei einer Wiederwahl Trumps unwahrscheinlich – die Strukturen zur Hilfe der Ukraine in die Hände übernationaler Institutionen zu legen und damit Trump-sicher zu machen, ist dennoch ein richtiger Schritt. Er entspricht dem Vorstoß vom Präsident Joe Biden beim G-7-Gipfel, die Ukraine-Hilfen unabhängiger von der US-Innenpolitik zu gestalten. Gelder kürzen könnte Trump natürlich noch immer, aber das ist ein anderes Problem.

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