Es klingt wie eine Posse aus einer Bananenrepublik. Aber es ist der größte Anschlag auf die wichtigste Institution der Weltwirtschaft, den es seit Gründung der US-Notenbank (Federal Reserve, kurz: Fed) vor 111 Jahren je gegeben hat: Donald Trump teilt mit, er habe Fed-Vorstandsmitglied Lisa Cook entlassen; die Begründung allerdings wirkt so konstruiert, dass man gar nicht anders kann, als hinter dem Beschluss eine Verschwörung zu vermuten. Cook soll bei einem privaten Hypothekengeschäft falsche Angaben gemacht haben, die Vorwürfe sind allerdings unbewiesen und stammen von einem Beamten, der dem Präsidenten treu ergeben ist, schon andere Trump-Gegner öffentlich diffamiert hat und womöglich auch seine Mutter verleugnen würde, wenn der Meister das von ihm verlangte.
MeinungUSA:Trump beschwört eine Staats- und eine Weltwirtschaftskrise herauf

Kommentar von Claus Hulverscheidt
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Der Präsident will mit unbewiesenen Vorwürfen ein Vorstandsmitglied der US-Notenbank loswerden – um diese zu bewegen, die Zinsen zu senken. Die Fed aber darf unter keinen Umständen unter die Fuchtel eines politischen Fanatikers geraten.

Streit um Zinspolitik:Trumps neue Attacke gegen die Notenbank
Gegen Fed-Chef Powell wettert Trump bereits seit Monaten, nun versucht er, eine Vorständin loszuwerden. Auf seiner Social-Media-Plattform schreibt er, Lisa Cook, werde mit sofortiger Wirkung entlassen. Doch die Angegriffene will das nicht akzeptieren.
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