L’État c’est moi. Der Staat bin ich. Dieser Satz wird Ludwig XIV. nachgesagt. Allerdings sei er eine Erfindung von Historikern, erklärte der Augsburger Geschichtsprofessor Lothar Schilling dem WDR. Ob gesagt oder nicht: Ludwig XIV. hat ihn gelebt und verkörpert, mit seiner absoluten Macht über Frankreich von 1643 bis 1715. In seinen 72 Regierungsjahren unterwarf der Erbauer von Versailles weite Teile Europas und wurde zum Vorbild vieler Herrscherhäuser.
Am Samstag nun demonstrierten Millionen Amerikaner unter dem Motto „No Kings“ gegen Donald Trump. Überall waren Plakate zu sehen, die den gewählten US-Präsidenten mit dem Sonnenkönig verglichen.
Tatsächlich erinnern Trumps Machtanspruch, sein Prunk und Pomp, seine Verachtung für Parlament, Gerichte und Presse, seine Vorliebe für öffentliche Demütigungen, die Unterwürfigkeit seines Kabinetts und sein Glaube, von Gott berufen zu sein, an den französischen „Mega-König“, wie ihn der Historiker Volker Reinhardt nennt. Auch würde Ludwigs Merkantilismus heute vielleicht unter dem Slogan „France first“ laufen. Seinen Kopf in der Revolution verlor erst der Nachnachfolger des Sonnenkönigs, Ludwig XVI., 1793.
