Tickets müssen lange vorbestellt werden, der Andrang ist gewaltig: Das British Museum in London zeigt in einer Ausstellung den Teppich von Bayeux, eines der bedeutendsten profanen Kunstwerke des Mittelalters. Die Stickereien auf Leintuch sind insgesamt 68 Meter lang und erzählen in Form einer Bildgeschichte die Eroberung Englands durch den Normannenherzog Wilhelm den Eroberer im Jahre 1066. Das Werk zeigt die ganze Brutalität des mittelalterlichen Krieges – auch den Tod des angelsächsischen Königs Harold – und viele Szenen, Trachten, Schiffe, Schmuck aus dem Alltag. Es ist somit für Historiker eine Quelle von unermesslichem Wert. Zu den Bildern kommen, Pardon, fast in Comic-Manier erläuternde Texte („Hier spricht der im Bett liegende König Edward mit den Seinen“). Auftraggeber war womöglich der Halbbruder Wilhelms, Odo von Bayeux, der auch Bischof von Bayeux in Frankreich war und in dem Bilderregen auffällig oft in der Entscheidungsschlacht von Hastings gezeigt wird, wo er eine Keule schwingt. Seit 2007 gehört der Teppich zum Weltdokumentenerbe der Unesco. Er befindet sich normalerweise im Centre Guillaume le Conquérant in Bayeux.
Aktuelles LexikonWas ist der Teppich von Bayeux?

Auch der französische Präsident Emmanuel Macron (li.) und König Charles III. schauen sich den Teppich von Bayeux im British Museum an und amüsieren sich dabei offenbar prächtig.
Adrian Dennis/PA Wire/dpaEin Leintuch, 68 Meter lang: Die Stickereien darauf erzählen in Form einer Bildgeschichte die Eroberung Englands durch den Normannenherzog Wilhelm den Eroberer im Jahre 1066.
Von Joachim Käppner
