MeinungKulturIn Europa ist Tanzen ein Akt der Selbstbestimmung. In Iran ist es ein Akt des Widerstands

Kolumne von Nava Ebrahimi

Lesezeit: 4 Min.

Auf einer Dachterrasse in Teheran: Junge Leute tanzen zu „Happy“ von Pharrell Williams. Sechs Menschen, die ein Video mit der Szene posteten, wurden verhaftet und im Staats-TV vorgeführt.
Auf einer Dachterrasse in Teheran: Junge Leute tanzen zu „Happy“ von Pharrell Williams. Sechs Menschen, die ein Video mit der Szene posteten, wurden verhaftet und im Staats-TV vorgeführt. AP

In der Kunst geht es immer darum, die Ausdrucksform zu finden, die zu einem passt. Es geht um Autonomie, Würde und das Recht auf Schönheit. Beobachtungen zum Protest in Teheran und zur Berlinale, mit einem Abstecher zu Vermeer.

Vor einiger Zeit las ich im Online-Magazin dis:orient einen Artikel von Ava Rahimi Vahedi über die Bedeutung des Tanzes in Iran. Sie ist traditionell groß: In iranischen Wohnzimmern stehen die Sofas und Sessel oft an den Wänden entlang, damit bei Familienfeiern in der Mitte Platz zum Tanzen bleibt. Tanzen gehört zum Leben dazu wie Essen und Schlafen. Umso grausamer, dass es in der Islamischen Republik seit jeher verboten ist, weil das Terrorregime es als moralisch verwerflich brandmarkt. So avancierte es zu einem Akt des Widerstands, den die Menschen entweder im Geheimen ausüben oder, wie bei den jüngsten Protesten, ostentativ auf der Straße.

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