Tabak ist ein eher unscheinbares Kraut aus der Familie der Nachtschattengewächse (zu der auch die Tomate und Kartoffel oder die hochgiftige Tollkirsche zählen). Allesamt sind sie recht wehrhafte Pflanzen, die mithilfe von Alkaloiden unerwünschte Fressfeinde auf Distanz halten. Die Inhaltsstoffe des Tabaks wirken auch auf die Menschen: Sie regen das Nervensystem an, Adrenalin wird ausgeschüttet. Indigenen Stämmen auf dem amerikanischen Kontinent waren diese Eigenschaften der dort heimischen Tabakpflanze wohlbekannt, und so nutzten sie deren Blätter bei religiösen Zeremonien, sie rauchten sie im Kalumet, um Verträge zu besiegeln, Krieger trugen Tabak in ihrem sie schützenden Medizinbeutel um den Hals. Der französische Diplomat Jean Nicot führte Tabak im 16. Jahrhundert in seinem Heimatland ein, und wurde zum Namensgeber für den Inhaltsstoff mit Suchtpotenzial. Tabak wurde in Europa populär, in Pfeifen, Zigarren, später Zigaretten konsumiert. Zu den negativen Folgen übermäßigen Genusses zählt die Abhängigkeit. Böse Folgen hatte die Sucht nach Tabak übrigens nicht nur für Konsumenten: Die Tabakpflanzer in den US-Südstaaten nutzten für die Arbeit auf den Plantagen vor allem Sklaven aus Afrika.
Aktuelles LexikonTabak

Ein in Südamerika heimisches Nachtschattengewächs, das bei übermäßigem Genuss zur Sucht führt.
Von Johanna Pfund