Am Donnerstag vergangener Woche gab es in Damaskus eine Demo. Erstaunlich ist das schon deshalb, weil es vor drei Wochen, unter dem Assad-Regime, ausgeschlossen gewesen wäre; auch erstaunlich war, was während der Demonstration passierte. Die Menschen waren für ein säkulares Syrien, sie riefen: „Wir wollen eine Demokratie, keinen religiösen Staat.“ Daneben, in der Menge, standen ein paar Kämpfer von Hayat Tahrir al-Scham (HTS), jener islamistischen Rebellengruppe, die sich gemäßigt gibt und die Übergangsregierung dominiert. Auf der Demo sagte einer der HTS-Männer, es sei ihr Kampf gewesen, der dem Land die Freiheit brachte. Da schnitten ihm die Demonstranten das Wort ab, sie übertönten ihn: „Nieder mit dem Militärregime!“
MeinungNach Assad:Sind die Neuen wirklich besser? Diese Frage stellt in Syrien kaum jemand

Kommentar von Raphael Geiger
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Die Rebellen hatten kaum Damaskus erreicht, da sorgten sich viele im Westen – ob nun Islamisten das Land übernehmen, ob es zu einem zweiten Afghanistan wird. Aber man sollte nicht allem misstrauen, worin das Wort Islam vorkommt.
