Sie will kein Schluss-, sondern ein Doppelpunkt sein, die sechste und letzte Vollversammlung des „Synodalen Wegs“ in Stuttgart: der Beginn einer dauerhaften Zusammenarbeit von Klerikern und Laien in der katholischen Kirche in Deutschland. Es ist wichtig, daran zu erinnern: Den Ausgang hatte dieser Reformprozess in der Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche. Der Synodale Weg wollte die systemischen Ursachen, die den Missbrauch erleichtert haben, beseitigen: undurchsichtige hierarchische Machtstrukturen, fehlende Rechenschaftspflichten, ein überhöhtes Priesterbild, Männerbünde, fehlende Gleichberechtigung, eine überholte Sexuallehre. Innerhalb einer Institution, die aus religiös abgeleiteter Überzeugung organisiert ist wie eine absolutistische Monarchie, ist das nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Die Reformer haben es trotzdem versucht.
MeinungSynodaler WegNein, die katholische Kirche ist nicht woke geworden, aber nahbarer

Kommentar von Annette Zoch
Lesezeit: 2 Min.

Wer sich viel Veränderung vom Reformprozess erhofft hat, wird enttäuscht sein. Doch die katholische Debatte zeigt, wie man richtig streiten kann. Nun sollte die Kirche das auch wieder nach außen tun: als Stimme für Frieden und Menschenrechte.
