Sudan:Stabilität, die ins Chaos führt

Sudan: Und den Preis zahlen die, die an den Kämpfen nicht die geringste Schuld tragen: ein zerstörtes Haus in Khartum.

Und den Preis zahlen die, die an den Kämpfen nicht die geringste Schuld tragen: ein zerstörtes Haus in Khartum.

(Foto: Marwan Ali/dpa)

Warum sind in dem Land nun Kämpfe zwischen zwei Armeen ausgebrochen? Sie sind auch eine Folge davon, dass Europa und die USA in Afrika immer wieder auf Betrüger setzen.

Kommentar von Bernd Dörries

Als vor vier Jahren im Sudan Hunderttausende junge Menschen gegen den Langzeitdiktator Omar al-Baschir protestierten, saß ein europäischer Diplomat in seiner Villa am Nil und lächelte milde über die Demonstranten ein paar Kilometer weiter. Schön und gut sei das ja, ein wenig für Veränderung zu demonstrieren, aber übertreiben solle man es doch auch nicht. Was das Land brauche, sei vor allem Stabilität. Damals war die Lage schon lange stabil schlecht im Sudan, und sie wurde noch viel schlechter. Die Demonstranten drängten den alten Diktator von der Macht, bekamen dafür aber gleich zwei neue, die jetzt gegeneinander in den Krieg ziehen. Jeder von beiden glaubt, der Stärkere zu sein, sie fechten es aus, mitten in der Hauptstadt, wo die Leichen auf der Straße liegen.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusSudan
:Wer hier Einfluss will, braucht Geld und Waffen

Viele Männer in Machtpositionen im Sudan sind gleichzeitig Soldaten, Politiker, Unternehmer - und Kriegsverbrecher. Zivile Kräfte haben es hier seit jeher schwer. Ein Blick in die Geschichte des umkämpften Landes am Nil.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: