Assistierter Suizid:Bei der Sterbehilfe ist das deutsche Recht fast schon fahrlässig

Assistierter Suizid: Harald Mayer hat Multiple Sklerose und ist bewegungsunfähig. Er wollte die Erlaubnis, sich das Präparat Natrium-Pentobarbital kaufen zu dürfen.

Harald Mayer hat Multiple Sklerose und ist bewegungsunfähig. Er wollte die Erlaubnis, sich das Präparat Natrium-Pentobarbital kaufen zu dürfen.

(Foto: Sebastian Willnow/dpa)

Das Bundesverwaltungsgericht verweigert zwei Schwerkranken ein todbringendes Medikament. Und tut recht daran, denn ein so sensibles Thema verlangt dringend nach einem gesetzlichen Rahmen.

Kommentar von Ronen Steinke

Woran liegt das eigentlich, dass vor allem Frauen um ein tödliches Gift bitten? Ein Mittelchen, um schmerzfrei aus dem Leben zu scheiden - die Statistik ist in diesem Punkt wirklich auffällig: Unter all den kranken, geschwächten Menschen, die im vergangenen Jahr in Deutschland ein Angebot zur ärztlichen Sterbehilfe in Anspruch genommen haben, waren einer Erhebung der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) zufolge fast doppelt so viele Frauen wie Männer. 63 Prozent. Andere Erhebungen etwa aus den Niederlanden machen auch noch eine weitere Facette sichtbar: Auffällig oft sind es Arme, die den Giftbecher wählen. Menschen, die auch schon zu Lebzeiten oft den Kürzeren gezogen haben.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusSterbehilfe
:Ihr letzter Sommer

Seit drei Jahren ist Sterbehilfe in Deutschland erlaubt. Immer mehr Menschen entscheiden sich für einen assistierten Suizid. So wie Hannelore und Hubert von Werden. Wie lebt man dem Tod entgegen? Eine Begleitung

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: