Zweite Stammstrecke:Wie Politik und Bahn das Vertrauen der Bürger verspielen

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Zweite Stammstrecke: Der Bau der zweiten Münchner S-Bahn-Strecke soll wesentlich länger dauern und viel teurer werden als geplant.

Der Bau der zweiten Münchner S-Bahn-Strecke soll wesentlich länger dauern und viel teurer werden als geplant.

(Foto: Stephan Rumpf/Stephan Rumpf)

München zeigt wieder einmal, was bei Großprojekten in diesem Land falschläuft. Die Politik sieht hilflos dabei zu, wie die Kosten explodieren, die Deutsche Bahn verbockt Pläne. So gelingt die Verkehrswende nie.

Kommentar von Heiner Effern

Das Land Bayern hat nun einen Bauskandal - wie das so oft verspottete Berlin mit seinem Flughafen. Der Ausbau des Münchner S-Bahn-Netzes mit einem zweiten, sieben Kilometer langen Tunnel unter der Innenstadt läuft finanziell und zeitlich gerade ähnlich aus dem Ruder. Die Kosten sollen sich von 3,8 auf 7,2 Milliarden Euro verdoppeln. Die Bauzeit soll sich um neun Jahre verlängern und bis 2037 hinziehen. Das mag Kritiker des Großprojekts und Gegner des angeblich so omnipotenten Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) zu Häme anregen. Die Probleme des Freistaats als Bauherr beinhalten allerdings noch eine ganz andere Dimension: Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs steht für die Mobilität der Zukunft, der Flughafen in Berlin für die Fortbewegung der Vergangenheit.

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