Schon damals, 1981, gab es einen Skandal um „Skandal im Sperrbezirk“. Weil Günther Sigl von der Spider Murphy Gang darin das Wort „Nutten“ sang, boykottierten bayerische Radiosender den Song, auch Dieter Thomas Heck wollte ihn nicht in der „ZDF-Hitparade“ haben. Er musste die bayerische Band dann aber doch in seine Sendung nach Berlin einladen, weil sie mit der Nummer acht Wochen lang in Deutschland die Charts anführte. 45 Jahre später hat die Erlanger Gleichstellungsstelle den Skandal-Song auf eine Liste der „unerwünschten Lieder“ für das örtliche Volksfest, die Bergkirchweih, gesetzt. Begründung: Der alte Gassenhauer verherrliche Prostitution und objektifiziere Frauen. Die Band schweigt dazu, das Management verweist lediglich darauf, dass es sich „um einen Protestsong“ handele. Es ist natürlich gut möglich, dass man in einem Bierzelt und nach so langer Zeit nicht mehr parat hat, was Günther Sigl, heute 79, immer wieder mal erklären musste: Um München für Olympia 1972 zu „säubern“, habe die Stadt Prostitution an den Stadtrand abgeschoben, Peter Gauweiler von der CSU verschärfte den Bann in den Jahren danach weiter. Song-Autor Sigl hielt ihn für Heuchelei - die er entlarven wollte. und mit der Nummer wollte er zudem weniger Sympathie für Prostitution ausdrücken als vielmehr für die Sexarbeiterinnen (wie die erfundene Rosi), die damals protestierten – zum Teil nackt, mit Spruchbändern im Hauptbahnhofviertel.
GeschichtsbildDie Spider Murphy Gang

1981 boykottierten bayerische Radiosender den Song der „Spider Murphy Gang“, der jetzt in Erlangen auf der Liste der „unerwünschten Lieder“ gelandet ist. Was es mit dem Hit „Skandal im Sperrbezirk“ auf sich hat.
