Nur einer steht auf dem Boden: Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU) und Vizekanzler Willy Brandt (SPD) am 15. Dezember 1966 in Bonn. via www.imago-images.de/imago images/Sven Simon
Sollten Union und SPD künftig gemeinsam regieren, wäre es die fünfte schwarz-rote Koalition in einer Bundesregierung. Bei der ersten 1966 behalf sich Willy Brandt eines Podestes, um auf Augenhöhe mit dem CDU-Kanzler Kurt Georg Kiesinger zu sein.
Das Herrliche an diesem Bild ist nicht, wie der neue CDU-Kanzler und sein Vize von der SPD in zwei Richtungen blicken bei diesem Fototermin. Herrlich ist, welches Verständnis von Augenhöhe bei der SPD im Dezember 1966 offenbar herrschte. Zum ersten Mal beteiligte sie sich an einer Bundesregierung, die von der Union angeführt wurde: Die Union brauchte einen neuen Partner, nachdem die FDP sie verlassen hatte; nach einem Streit über Etat und Steuern übrigens. Im damaligen Drei-Parteien-Bundestag konnte dies nur die SPD sein. Für die war es nach 17 Jahren in der Opposition die ersehnte Chance, Regierungsfähigkeit zu beweisen. Aber hätte es, um die Augenhöhe ihres Vorsitzenden und Vizekanzlers Willy Brandt zu zeigen, wirklich eines Podestes bedurft? Mit 1,79 Metern war er von normaler Gestalt, der CDU-Kanzler Kurt Georg Kiesinger war halt mit 1,91 Metern ein großer Mann; also rein körperlich. Nun streben Friedrich Merz und Lars Klingbeil die fünfte Koalition aus Union und SPD an. Körperlich begegnen sie sich auf Augenhöhe. Beide sind über 1,90 Meter groß.