Üblicherweise liegt der Charme einer totalen Sonnenfinsternis darin, dass die Sonne währenddessen nicht zu sehen ist – sondern nur die Korona, die äußere Schicht der Atmosphäre des Sterns. Vor die Sonne selbst schiebt sich dagegen der Mond, der viel kleiner ist als die Sonne, aufgrund seiner Nähe zur Erde aber von dieser aus etwa gleich groß erscheint. In Teilen Argentiniens sowie auf der Osterinsel war nun jedoch eine andere Art der Sonnenfinsternis zu sehen: Der Mond bedeckte die Sonne nicht vollständig, sodass außen ein gelber Ring sichtbar blieb – „Feuerring“ nennt die US-Raumfahrtbehörde Nasa diesen Anblick. Er kommt nur deshalb zustande, weil der Mond die Erde in einer leicht elliptischen Bahn umkreist. Daher schwankt sein Abstand zur Erde zwischen 363 000 und mehr als 400 000 Kilometern. Da der Mond derzeit eher weiter weg ist als sonst, konnte er die Sonne während der Eklipse nicht ganz ausfüllen – ganz zur Freude der wenigen Beobachter des resultierenden Feuerrings im Südpazifik. Gerade in dieser Region hat der Begriff noch eine weitere Bedeutung: Als „Pazifischer Feuerring“ wird ein Vulkangürtel bezeichnet, auf den zwei Drittel der weltweiten Vulkanausbrüche sowie neun von zehn Erdbeben zurückgehen. Von den Küsten Südamerikas, Nordamerikas und Kamtschatkas über einige Inseln im westlichen Pazifik umschließt dieser Feuerring den Ozean von drei Seiten. Genau genommen also eher hufeisenförmig statt als Ring.