Völkerrechtlich ist das am Horn von Afrika gelegene Somaliland kein eigener Staat, sondern nur eine autonome Region im Nordwesten Somalias. Die Mehrzahl der 3,5 Millionen Einwohner gehören dem Volk der Somali an, die von ihnen besiedelte Region nahm allerdings schon in der Kolonialzeit eine eigene Entwicklung, als die Briten das Gebiet zum Protektorat „British Somaliland“ machten, im Gegensatz zum Rest Somalias, das von Italien annektiert war. 1960 vereinigten sich beide Gebiete zu Somalia. Nach Regierungssturz und Bürgerkrieg erklärte sich Somaliland jedoch schon 1991 wieder zu einem eigenen Staat und ist seither de facto unabhängig, es gibt auch eine eigene Währung, den Somaliland-Schilling, im Jahr 2024 fanden die letzten Wahlen statt. Viele Länder treiben Handel mit dem relativ stabilen Somaliland, sehen es als Tor zu Ostafrika, Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten finanzierten einen Tiefseehafen. Diplomatisch anerkannt wurde Somaliland in der Vergangenheit einzig vom diplomatisch ebenfalls isolierten Taiwan – bis zur Anerkennung durch Israel jetzt, die international Protest auslöste. Kritiker befürchten unter anderem, dass Israel Palästinenser nach Somaliland umsiedeln wolle.
Aktuelles LexikonWas will Israel von Somaliland?

De facto ist Somaliland seit 1991 ein unabhängiger Staat, diplomatisch allerdings wurde es von der Weltgemeinschaft nie als solcher akzeptiert – bis zur Anerkennung durch Israel nun. Kritiker spekulieren über die Gründe Benjamin Netanjahus.
Von Kai Strittmatter