Skifahren:Um jeden Preis

Der Andrang in Österreich zeigt: Die Öffnung der Gebiete für den Wintersport ist verantwortungslos.

Von Alexandra Föderl-Schmid

Es kam, wie es kommen musste: In Österreich wurden jetzt an vielen Orten die Skigebiete gestürmt. Webkameras und Handyaufnahmen zeigten dichtes Gedränge und meterlange Schlangen vor Kassen, Liften und Gondeln - genau jene Situationen, die die neuen Corona-Regeln verhindern sollen. Denn eigentlich darf in Österreich das eigene Heim seit dem Inkrafttreten des dritten Lockdowns am 26. Dezember nur noch aus triftigem Grund verlassen werden - Skifahren gehört allerdings dazu. Die Politik hat sich dem Druck aus einem wichtigen Wirtschaftsbereich gebeugt. Denn die Skishow in Österreich muss weitergehen - um jeden Preis.

Aus Gründen des Infektionsschutzes ist es grob fahrlässig, dass diese Ausnahme zugestanden wurde. Die Bilder strafen die Skibetriebe mit ihren Beteuerungen Lügen, dass sie umfassende Schutz- und Sicherheitskonzepte umgesetzt haben. Viele wurden überrollt und überrannt.

Die dafür Verantwortlichen müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, aus Ischgl, das zum Corona-Hotspot in Europa wurde, nichts gelernt zu haben. Dazu passt die Reaktion in manchen Skigebieten, lediglich die Einstellung der Webkameras zu ändern, sodass nur noch Landschaften und nicht mehr Menschenmassen gezeigt werden. Die Politik in Österreich trägt die Verantwortung für die Folgen ihrer Entscheidung zugunsten des Skisports.

© SZ
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