Serbien:Demokratie als Fassade

Serbien: Einen Monat nach der Wahl in Serbien protestieren Menschen in Belgrad gegen mutmaßliche Manipulationen.

Einen Monat nach der Wahl in Serbien protestieren Menschen in Belgrad gegen mutmaßliche Manipulationen.

(Foto: Darko Vojinovic/AP)

Ein Land, ständig bedroht von Feinden, gegen die man aber zum Glück fest zusammenstehe: Präsident Aleksandar Vučić verschärft in Serbien die Rhetorik - und muss trotz der Proteste nicht um seine Macht fürchten.

Kommentar von Tobias Zick

Gemessen an dem, was Serbiens Regierende in jüngster Zeit so verkünden, könnte man den Eindruck bekommen, das Land befinde sich im Krieg oder sei zumindest unmittelbar davon bedroht. Die Wahlbeobachterorganisation CRTA, die rund um den Urnengang vom 17. Dezember massive Unregelmäßigkeiten dokumentiert hat? Laut Regierungschefin Ana Brnabić: eine Gruppierung, die auf die "Destabilisierung" des Landes hinarbeite. Die Massenproteste gegen Gewalt und Wahlmanipulation? In den Worten von Präsident Aleksandar Vučić: ein von irgendwem im Ausland orchestrierter Aufstand, mit dem Ziel, in Serbien eine "Farbenrevolution" loszutreten; ein "Versuch der gewaltsamen Übernahme der staatlichen Institutionen der Republik Serbien".

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