Für Finanzminister Lars Klingbeil ist der Kampf gegen die Schwarzarbeit nach eigenen Worten eine seiner wichtigsten Aufgaben. Für mehr als fünf Prozent der Menschen in Deutschland ist diese eine Form, sich neben dem regulären Lohn ein Zubrot zu verdienen, ohne Steuern und Sozialabgaben entrichten zu wollen. Dass es sich bei der Praktik, die traditionell vor allem auf dem Bau, in der Gastronomie und in Privathaushalten verbreitet ist, keineswegs um eine Petitesse handelt, zeigen die Zahlen: 2024 soll Schwarzarbeit in Deutschland Leistungen im Wert von 500 Milliarden Euro umfasst haben. Künftig will der Fiskus auch gegen Barbershops, Kosmetik- und Nagelstudios gezielt vorgehen. Die Beschäftigten dort sollen künftig immer ihren Personalausweis mitführen müssen. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch einen Gesetzentwurf verabschiedet, nach dem auch eine bessere digitale Vernetzung der Behörden und ein besserer Datenaustausch zwischen ihnen geplant ist. Um die Justiz zu entlasten, soll die dem Ministerium unterstellte Finanzkontrolle Schwarzarbeit künftig Betrugsfälle selbständig ahnden können.
Die Bundesregierung sagt der Schwarzarbeit den Kampf an. Wie es in der Praxis zugeht, erfahren Finanzminister Klingbeil und Arbeitsministerin Bas bei einer Razzia auf einer Berliner Baustelle.