Schwarzarbeit ist der hässliche Schatten des Sozialstaats. Alle Beteiligten wollen diese Dunkelgestalt loswerden, doch man kann sie nicht abschütteln. Zu verlockend ist es sowohl für Auftraggeber als auch für Schwarzarbeitende selbst, einen Gewinn zu erzielen, indem man der Gemeinschaft Sozialabgaben und Steuern vorenthält. Deshalb zählt es seit Jahrzehnten zum Standardrepertoire der jeweiligen Finanzminister, ein schärferes Vorgehen gegen Schwarzarbeit anzukündigen. Sie findet trotzdem statt, mutmaßlich in einem Umfang von Hunderten Milliarden Euro jedes Jahr.
Das ist allerdings kein Grund, dem Treiben tatenlos zuzusehen. Man wird Schwarzarbeit wohl niemals abschaffen können, eindämmen allerdings schon. Es ist richtig und überfällig, dass Finanzminister Lars Klingbeil und Arbeitsministerin Bärbel Bas (beide SPD) nun mit ihren Gesetzesplänen einen einfacheren und digitalen Datenaustausch zwischen Zoll, Finanzämtern und anderen Behörden ermöglichen wollen. Man vermag organisierter Schwarzarbeit nicht mit Formularen und langwierigen Anfragen für Amtshilfe beizukommen. Die Digitalisierung kann die Kontrolleure wieder auf Augenhöhe bringen zu den oft sehr geschickt agierenden Betrugsnetzwerken.
Das allerdings wird nicht reichen. Für effektive Kontrollen ist es nötig, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit zeitnah, digital und manipulationssicher erfassen, zumindest in allen Branchen, in denen Schwarzarbeit in größerem Stil stattfindet. Die bisherige Erfassung, oft auf Papier, die zudem nachgereicht werden kann, eröffnet zu viele Manipulationsmöglichkeiten und lässt Kontrollen ins Leere laufen. Der Nachweis, wer wann gearbeitet hat, lässt sich so nur schwer führen. Im Jahr 2025 wäre es ohnehin eine gute Idee für die Betriebe, die Arbeitszeit nicht mehr per Bleistift zu notieren und in der Lohnabrechnung zusammenzuschreiben, sondern dies digital, etwa mit einer App auf dem Handy, erledigen zu lassen. Das kleine Programm könnte das Geschäft mit der Schwarzarbeit deutlich riskanter machen.


