SchulenAbwägungssache

Die Forderung des Kinderschutzbundes, die Ferien wegen der Seuche bis Ende Januar auszudehnen, ist realitätsfern.

Von Paul Munzinger

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Die Sehnsucht nach einer Verschnaufpause für die seit Monaten unter Stress stehende Schulfamilie ist verständlich. Und angesichts der viel zu hohen Infektionszahlen war es auch vertretbar, den Präsenzunterricht für dieses Jahr früher zu beenden - mit Sicherheitsabstand zu den Feiertagen. Doch die Idee, die Weihnachtspause bis Ende Januar auszudehnen, ist weder verständlich noch vertretbar. Dass sie der Chef einer Organisation namens Kinderschutzbund vertritt, ist geradezu befremdlich.

Das Schuljahr 2020/21 stand und steht im Zeichen einer Dauerabwägung: zwischen dem Recht auf Bildung und dem Recht auf Gesundheit. Die Länder haben das Recht auf Bildung in ein Recht auf offene Schulen übersetzt. Dafür gibt es gute Gründe. Doch sie haben sich so auf dieses Ziel fokussiert, dass anderes aus dem Blick geriet - die Gesundheit ebenso wie die Pflicht, für den Tag vorzusorgen, wenn die Schulen doch schließen müssen.

Das zeigt sich jetzt, wenn die digitalen Plattformen einknicken. Und das wird sich im neuen Jahr zeigen, wenn der Wechsel zwischen Kinder- und Klassenzimmer zur Regel wird. Die schmerzhafte Abwägung zwischen Bildung und Gesundheit aber wird weitergehen. Die Länder müssen sich ihr stellen. Wer Ferien fordert, bis die Lage sich beruhigt hat, tut genau das nicht.

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