Die Schufa Holding AG ist eine private Wirtschaftsauskunftei mit Geschäftssitz in Wiesbaden. Andreas Arnold/picture alliance/dpa
Die Firma speichert Daten von 68 Millionen Deutschen. Ihr Urteil entscheidet darüber, ob jemand einen Kredit oder Handyvertrag bekommt. Für Banken und Händler ist das praktisch, Kritiker halten das Unternehmen jedoch für zu mächtig.
Die Schufa Holding AG in Wiesbaden ist die größte Wirtschaftsauskunftei Deutschlands. Sie sammelt Daten über die Kreditwürdigkeit von 68 Millionen Bundesbürgern. Ihr Name geht auf die 1927 gegründete „Schutzgemeinschaft für Absatzfinanzierung“ zurück. Das Unternehmen sammelt und speichert Infos über Bankkonten, Kredite, Handyverträge oder Ratenkäufe und errechnet daraus für jeden Bürger einen sogenannten Score, zwischen 0 und 100 Prozent. Je niedriger, desto kreditunwürdiger. Vermieter, Händler und Banken nutzen den Score, um das Risiko eines Kreditausfalls einzuschätzen. Problematisch sind also Einträge wegen verspäteter Zahlungen oder unbeglichener Rechnungen. Diese können jahrelang gespeichert bleiben und den Menschen Wohnungs- oder Kreditsuche oder den Abschluss von Handyverträgen erschweren. Der Bundesgerichtshof hat jetzt entschieden, dass die Schufa auch nach Begleichung von Schulden Daten weiter speichern darf, maximal für drei Jahre. Die Macht der Schufa ist umstritten: Während Befürworter sie als notwendigen Schutz für Händler sehen, kritisieren andere die mangelnde Transparenz und die teils schwerwiegenden Folgen ihrer Bewertungen für Millionen Verbraucher.
:Schufa-Einträge müssen nach spätestens drei Jahren gelöscht werden
Die Karlsruher Richter bestätigen mit ihrer Entscheidung weitgehend die Praxis der Auskunftei Schufa bei nicht oder zu spät bezahlten Rechnungen. Unter bestimmten Umständen empfiehlt der Bundesgerichtshof allerdings kürzere Speicherfristen.