Aktuelles LexikonSchredder

Maschine, welche Akten, Gartenabfälle, Küken zu zerkleinern vermag – und neuerdings gefühlt sogar ganze Parteien.

Von Joachim Käppner

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Der Spitzenkandidat der Brandenburger Linken, Sebastian Walter, hat in einer bemerkenswert ehrlichen Analyse nach der Landtagswahl ausgeführt, seine Partei sei „zerschreddert“ worden. Schredder gehören zur traditionsreichen Familie der Brecher, auch Zerkleinerungsmaschinen, die vom Korn bis zum Stein alles zerbröseln, was in ihr Mahlwerk gerät; unter Experten gerühmt werden unter anderem der Prallbrecher, der Hammerbrecher und der Pendelknuser. Schredder zerkleinern weniger massive Dinge wie Papier, wobei es der DDR-Staatssicherheit im November 1989 zum Nachteil gereichte, dass sie zwar Berge von Akten über ihre Bürger besaß, aber nur sehr leistungsschwache Schredder – so blieb das meiste erhalten. Fortgeschrittene Varianten des Schredders werden Häcksler genannt, doch ist die Begriffsgrenze schwammig. Schredder werden bedauerlicherweise auch in der Tierhaltung zur Massentötung männlicher Küken verwendet, normalerweise kommen sie im Büro, im Garten, in der Küche, bei der Vernichtung von Datenträgern und vielerorts sonst zum Einsatz, wo es Dinge unwiderruflich zu verkleinern gibt. Das hätte Sebastian Walter vielleicht bedenken sollen: Was einmal durch den Schredder gelaufen ist, kommt nie mehr zurück.

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