Wenn Schneefall angekündigt wird, dann freut das die Menschen mindestens so wie das Versprechen von Sonnenschein an einem Sommerwochenende. Wie schön, dass der Deutsche Wetterdienst für die nächsten Tage die ersten Niederschläge aus diesen feinen, durchsichtigen Eiskristallen versprochen hat, in denen das Licht so reflektiert und gebrochen wird, dass sie dann doch weiß wie Schnee aussehen. Im Idealfall bildet sich eine geschlossene Schneedecke, wie man sie von den Weihnachtspostkarten kennt. Doch diese Bilder führen in die Irre, weil sie vermuten lassen, der Schnee sei eine einheitliche Masse, eine Art Styropor aus dem Himmel. Tatsächlich zeigen die einzelnen Schneekristalle eine außerordentliche Formenvielfalt: Sie bilden sich ab einer Temperatur von minus 12 Grad Celsius, wenn feinste Wassertröpfchen an Kristallisationskeimen, etwa Staubkörnern, gefrieren. Ihre Form hängt von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Thermik ab. Bei tieferen Temperaturen entstehen eher Plättchen, bei höheren sechsarmige Sterne. Vermutlich gleicht kein komplexer Kristall exakt dem anderen. Bei den Menschen unten landen sie verklumpt zu Schneeflocken, durchschnittlich fünf Millimeter groß. Die Wissenschaft streitet noch, ob die Flocken ein mit Mikrofonen messbares Aufprallgeräusch erzeugen. Für Menschen rieselt der Schnee aber immer leise.
Aktuelles LexikonWie entsteht Schnee?

- Schneekristalle bilden sich ab minus 12 Grad Celsius aus gefrorenen Wassertröpfchen an Staubkörnern und zeigen außerordentliche Formenvielfalt.
- Die Form der Kristalle hängt von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Thermik ab – tiefere Temperaturen erzeugen Plättchen, höhere sechsarmige Sterne.
- Auf der Erde landen die Kristalle als durchschnittlich fünf Millimeter große Schneeflocken, die für Menschen immer leise rieseln.
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Mehr Feedback gebenSie sind fragil und von höchster Komplexität: So entsteht aus durchsichtigen Eiskristallen eine weiße Schneedecke. Diese Woche soll es in Deutschland wieder so weit sein.
Von Christian Weber