Zwei Schläge hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in diesem Jahr benötigt, um am Samstag um Punkt zwölf Uhr mit dem Ruf „Ozapft is’“ das 189. Oktoberfest zu eröffnen. Damit das eigens für die Wiesn gebraute Bier endlich fließen konnte, hieb Reiter den Schlegel, jenen runden Hammer aus Hartholz, auf den Zapfhahn, um diesen durch die vorbereitete Öffnung in das Fass zu treiben. Dass ihm das so geschmeidig gelingen konnte, ist auch Verdienst des Anzapftrainers, den Reiter beschäftigte – wie auch schon seine Vorgänger Christian Ude und Georg Kronawitter. Doch Schlegel ist nicht gleich Schlegel, das Spezialwerkzeug ist in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. So reicht für das kleine Fass bei der Gartenparty ein 300-Gramm-Exemplar, auch „Damenschlegel“ genannt. Die Profis im Bierzelt greifen zum Fünf-Kilo-Gerät. Am geläufigsten ist der Schlegel mit rundem Kopf, es gibt ihn aber auch in eckiger Ausführung. Mit einer Ausholbewegung, die an die ersten Schwünge von zum Aufschlag ansetzenden Tennisspielern erinnert, wird der Schlegel kräftig auf den Zapfhahn gedroschen, der dann eigentlich schon sitzen sollte. Der geübte Schankkellner braucht den zweiten Hieb nur noch zur Sicherheit, heißt es aus Expertenkreisen.
Aktuelles LexikonSchlegel
Werkzeug, unerlässlich beim Anzapfen eines Bierfasses und damit auch auf der Wiesn in München.
Von Karin Kampwerth