Rund 33 000 Kilometer lang ist derzeit das Schienennetz der Deutschen Bahn in Deutschland. Anders als die deutschen Autobahnen, auf denen zumindest Autos kostenfrei unterwegs sind, sind diese Gleise nicht kostenlos. Unternehmen, die die Bahn-Infrastruktur nutzen wollen, müssen dafür Trassenpreise zahlen, eine sogenannte Schienenmaut. Das gilt auch für die Deutsche Bahn selbst. Die Maut wird von der Infrago erhoben, einer Tochtergesellschaft des Deutsche-Bahn-Konzerns. Mit den Einnahmen sollen unter anderem die laufenden Kosten für den Betrieb, die Instandhaltung und ein Teil der Investitionen finanziert werden. Genehmigt werden muss die Höhe der Schienenmaut von der Bundesnetzagentur in Bonn. Die Bundesregierung hatte eine Trassenpreisbremse eingeführt. Danach musste der Lokal- und Regionalverkehr weniger Maut zahlen – im Gegensatz zum Fern- und Güterverkehr. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat diese Preisbremse jetzt gekippt, denn sie sei nicht vereinbar mit EU-Recht. Und nun? Ticketpreise könnten steigen und Verbindungen gestrichen werden. Die Länder fordern zudem mehr Geld vom Bund zur Finanzierung der höheren Maut.
Aktuelles LexikonWas ist die Schienenmaut?

Unternehmen, die die Bahn-Infrastruktur nutzen wollen, müssen Trassenpreise zahlen. So sollen unter anderem die laufenden Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung finanziert werden.
Von Caspar Busse
