Rüstung:Die Duma beerdigt mit Tamtam, was längst tot ist

Lesezeit: 1 min

Die Duma, das russische Parlament, will alsbald den Abrüstungsvertrag KSE aufkündigen. (Foto: Pavel Golovkin/AP)

Russland kündigt den letzten Kontrollvertrag über konventionelle Waffen. Das ist nicht so schlimm - eingehalten wurde er eh nicht. Und doch gemahnt der Vorgang an eine wichtige Lehre aus dem Kalten Krieg.

Kommentar von Stefan Kornelius

Konventionelle Rüstungskontrolle, also Absprachen über die Zahl von Panzern, Geschützen, Soldaten und alle anderen nicht-nuklearen Bedrohungen auf der Welt, ist im schlimmsten Wortsinn aus der Zeit gefallen. Wenn das russische Parlament, die Duma, nun einen Termin nennt, an dem es den Vertrag zwischen den Staaten der Nato und des einstigen Warschauer Pakts über konventionelle Rüstung in Europa (KSE) aufkündigen will, dann hat diese Nachricht nur noch symbolischen Wert. Der KSE-Vertrag war schon seit 2007 nichts mehr wert, weil Russland die Umsetzung damals aussetzte. Dem Nachfolgevertrag widerfuhr dasselbe Schicksal. Die Duma beerdigt also mit großem Tamtam, was längst tot ist.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusUkrainische Offensive
:"Die russischen Soldaten werden rennen"

Extrem schwierig, aber nicht unmöglich: Die Ukraine muss bei ihrer Offensive befestigte Stellungen durchbrechen. Das Ziel ist, Panik bei den Besatzern auszulösen. Wie das gelingen kann. Eine militärtheoretische Annäherung in sechs Kapiteln.

Text: Sebastian Gierke, Visualisierung: Julian Hosse

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: