Es gibt viele Namen für diese Handlanger einer fremden Macht, und jeder beschreibt einen anderen Aspekt: „Single-Use-Agenten“, weil sie nur einmal zum Einsatz kommen. „Taschengeld-Agenten“, weil sie nur wenig für ihren Sabotagedienst bekommen. Oder „Wegwerf-Agenten“, weil ihr Schicksal dem ausländischen Geheimdienst schlussendlich egal ist. Sicherheitsbehörden sprechen heute meist von „Low-Level-Agenten“. Häufigster Auftraggeber: Russland. Über Mittelsmänner angeworben, sollen sie explosive Pakete verschickt und in verschiedenen Bundesländern Auspuffe mit Bauschaum verstopft haben. Der russische Geheimdienst geht dabei ein geringes Risiko ein: Die Agenten können effektiv sein, aber wenn sie versagen, ist es auch nicht so schlimm. In München steht bis Donnerstag ein Mann vor Gericht, der oft als „Low-Level-Agent“ bezeichnet wird. Dieter S., ein Russlanddeutscher aus Oberfranken, ist aber kein klassischer Vertreter dieser Gattung. Er handelte offenbar in direktem Auftrag eines Mannes vom Militärgeheimdienst GRU, und die beiden besprachen durchaus komplexere Operationen. Also mindestens ein Agent der oberen Unterklasse. Und überhaupt scheint er den Wunsch gehabt zu haben, ein richtiger Agent zu sein.
Aktuelles LexikonWas ist ein Low-Level-Agent?

In München steht bis Donnerstag ein Mann vor Gericht, der oft als solcher bezeichnet wird. Doch es gibt viele Namen für diese Handlanger einer fremden Macht.
Von Sebastian Erb
