Der Name sagt den Jungen von heute nichts. Bei den Älteren klingelt da was. Und bei den Alten läuten die Glocken. Rudi Dutschke? Rudi Dutschke! Als die Achtundsechziger noch gar nicht „die Achtundsechziger“ hießen, war er schon ihr Star. Dutschke war das Gesicht der Generation, die aufbegehrte gegen den „Muff von tausend Jahren“ und gegen alles andere, das die damals Alten verkörperten. Dutschke war der Komet der Studentenrevolte, der Tribun der vergeblichen Revolution gegen den Kapitalismus – ein Hörsaal- und Demo-Prediger mit sagenhafter rhetorischer Kraft. Er war die Hassfigur der Springer-Presse, die gegen ihn hetzte, was das Zeug hielt und ihn in ihren Schlagzeilen als den „Volksfeind Nr. 1“ dämonisierte. Heute heißt die frühere Kochstraße im Berliner Stadtteil Kreuzberg, in der die Springer-Hochhäuser liegen, Rudi-Dutschke-Straße.
MeinungGesellschaftWas man von Rudi Dutschke über die heutigen Parteien lernen kann

Kolumne von Heribert Prantl
Lesezeit: 4 Min.

An Heiligabend 1979 stirbt der Anführer der Studentenrebellion an den Spätfolgen eines Attentats. Über einen Antiparlamentarier, der zum Parlamentarismus fand.
