Wahlkampf:Rote Socken

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red sox, 13.08.2008 18:17:36, Copyright: xpieterx Panthermedia01426311

Die Angst vor den Roten zieht sich durch die Geschichte der Bundesrepublik.

(Foto: pieter via imago-images.de/imago/Panthermedia)

Der Antikommunismus war jahrzehntelang der Kitt der westdeutschen Gesellschaft. Taugt er noch immer zu politischer Instrumentalisierung? Was die neue alte Diskussion um Rot-Grün-Rot bedeutet.

Kolumne von Heribert Prantl

Als Olaf Scholz 1975 der SPD beitrat, war er ein wuschelköpfiger Gymnasiast. Der SPD-Kanzler damals hieß Helmut Schmidt. Er war Volkswirt, er war ein begeisterter Marktwirtschaftler und er reifte im Kanzleramt zum Weltökonomen. Ausgerechnet dieser Helmut Schmidt wurde damals, im Bundestagswahlkampf von 1976, von der Kohl-CDU mit dem Slogan "Freiheit oder Sozialismus" und von der Strauß-CSU mit "Freiheit statt Sozialismus" traktiert. CDU und CSU taten seinerzeit so, als paktiere die Regierung Schmidt mit dem Weltkommunismus, weil sie die von Willy Brandt eingeleitete neue Ostpolitik fortsetzte. Das verfing durchaus, die Union hatte deutlichen Stimmenzuwachs, konnte aber, weil die FDP zur SPD hielt, keine Regierung bilden. Am Wahlabend resümierte der FDP-Innenminister Werner Maihofer: "Die Lumperei mit Freiheit statt Sozialismus ist nicht aufgegangen."

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