Dass es in Rom einiges aus der Tierwelt zu besichtigen gibt, ist vielleicht zweitrangig angesichts der sonstigen Attraktionen der Stadt. Und doch kann man sich über steinerne Frösche und Schildkröten an Brunnen freuen, das hübscheste Steintier aber dürfte der Elefant am Obelisco della Minerva sein. Rom hortet so viele Obelisken wie keine andere Stadt, die meisten wurden im Auftrag der römischen Kaiser aus Ägypten angeschleppt. Den Obelisken auf der Piazza della Minerva trägt seit 1667 ein kleiner Elefant. Gestaltet hat ihn der Künstler Ercole Ferrata auf der Basis eines Entwurfs des Bildhauers Gian Lorenzo Bernini. Die Römer nennen ihn „Elefantino“, weil er so klein ist, oder „Schweinchen“, denn rund ist er auch. Nun ist ein Stoßzahn des Elefantino abgebrochen. Im Jahr 2016 war genau diese Stelle schon einmal beschädigt worden. Die Polizei hat das abgebrochene Stück sichergestellt; Überwachungsvideos sollen klären, ob es sich um Vandalismus handelt. Trotz ungeklärter Umstände sprach Kulturminister Alessandro Giuli von „einer absurden Barbarei“. Unbeschädigt ist die Botschaft im Sockel des Elefanten: Es bedarf eines robusten Geistes, um solide Weisheit zu tragen.
Aktuelles LexikonBerninis Elefant

Seit 1667 erfreut „Elefantino“ Roms Besucher. Jetzt fehlt dem Rüsseltier plötzlich ein Stoßzahn. Gut, dass in seinem Steinsockel steht: Es bedarf eines robusten Geistes, um solide Weisheit zu tragen.
Von Elisa Britzelmeier, Rom