Es ist Wahlkampf in Ostdeutschland. Man könnte also sagen, es ist ganz normal, wenn Landespolitiker versuchen, Probleme der Bundespolitik zuzuschieben, sie sich mitunter sogar gegen die eigene (Bundes-)Partei stellen. Sinnvoll in der Sache aber ist es nicht, wenn sich ostdeutsche Ministerpräsidenten gegen die Abschaffung der Rente mit 63 aussprechen, worauf sich die Bundesregierung verständigt hatte. Das schadet dem wichtigen und überfälligen Anliegen, die gesetzliche Rentenversicherung grundlegend zu reformieren. Denn die Abschaffung der Rente mit 63 ist Teil eines großen Reformpakets, das die Rentenkommission der Bundesregierung empfohlen hat. Die Rentenreform dient dazu, trotz des demografischen Wandels eine verlässliche Absicherung im Alter sicherzustellen, ohne die Beitrags- und Steuerzahlenden übermäßig zu belasten.
MeinungDeutschlandDie Rente mit 63 ist ungerecht und finanziell nicht tragbar
Kolumne von Frauke Brosius-Gersdorf
Lesezeit: 3 Min.

Die Bundesregierung hat sich auf die Abschaffung der Rente mit 63 verständigt. Für die gesetzliche Rentenversicherung würde das Einsparungen in Milliardenhöhe bedeuten.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/picture alliance / dpaIhre Abschaffung sollte daher nicht zerredet werden. Wird aus der Reform ein Reförmchen, weil Ministerpräsidenten im Wahlkampf sind, schadet das der Zukunft der Alterssicherung.
